FAQs

by boris — last modified 2008-11-24 12:37

Welche Sprachkenntnisse sind nötig?

Je besser die Sprechkenntnisse, desto leichter ist natürlich die Handhabung der Kompetenzbilanz. Bei Teilnehmer/innen, die sich unter dem Niveau A2 (Europäischer Referenzrahmen) bewegen, ist die Durchführung kaum empfehlenswert. Hier wäre es sinnvoller, mit Dolmetscher/innen zu arbeiten.

Wie lange dauert das Ausfüllen der Kompetenzbilanz?

Wird die Kompetenzbilanz alleine ausgefüllt, dauert dies etwa 8 – 10 Stunden. Wird die Kompetenzbilanz im Rahmen einer Beratung eingesetzt, muss mit 10 – 12 Stunden gerechnet werden.

Was ist die Kompetenzbilanz?

Die „Kompetenzbilanz für Migrant/innen“ dient einer persönlichen Standortbestimmung. Alle bisherigen Lebensstationen, erworbenen Kenntnisse und gemachten Tätigkeiten werden gesammelt und daraus gewonnene Kompetenzen abgeleitet. Das eigene Wissen und Können wird bewusst und reflektiert. Stärken und Interessen werden sichtbar.

Warum eine Kompetenzerfassung?

Fachliche Kompetenz ist heute nur noch ein Faktor unter vielen, der über die individuelle Arbeitsmarktfähigkeit entscheidet. 70 % aller unserer Kompetenzen sind nicht zertifiziert, bzw. werden als solche erst gar nicht wahrgenommen.

Welche Kompetenzen werden abgefragt?

Die Kompetenzbilanz legt ihren Schwerpunkt auf das soziale Umfeld (Familie, Nachbarschaft, Hobbys etc.). Diese „informellen“ Lernorte sind besonders kompetenzfördernd.

Welcher Ansatz steckt hinter der Kompetenzbilanz?

Die Kompetenzbilanz für Migrant/innen ist ein “subjektorientiertes Verfahren“. Der Mensch in seiner Gesamtheit, mit seiner individuellen Biographie steht im Mittelpunkt. Ziel ist es, Potentiale zu entdecken. Die Kompetenzentwicklung wird als lebenslanger Prozess angesehen. Es empfiehlt sich daher, die Kompetenzbilanz in Kombination mit einer begleitenden beruflichen Beratung und/oder einer Lern- oder Entwicklungsberatung durchzuführen.

Warum eine Kompetenzbilanz speziell für Migrant/inn/en?

Menschen mit Migrationshintergrund bringen eine Fülle an Kompetenzen und Erfahrungen mit. Doch schon alleine ihre oftmals weitreichenden formalen Berufsqualifikationen werden in Deutschland nicht anerkannt. Am Arbeitsmarkt haben sie geringere Chancen und kämpfen gegen Benachteiligungen. Deshalb braucht es ein Instrument zur Identifizierung, zur Wertschätzung und Bewertung von formell und informell erworbenen Kompetenzen, damit sie mit den hierzulande benötigten abgeglichen werden können.