Wie arbeite ich mit der Kompetenzbilanz ?

by boris — last modified 2008-11-24 13:34

Es freut uns, dass Sie sich für unsere Kompetenzbilanz interessieren. Wenn Sie auf der Suche nach einem Ausbildungs- oder Arbeitsplatz sind, Sie sich in ihrem Job weiterentwickeln möchten, neue berufliche Perspektiven suchen, oder einfach mal wissen wollen, was genau Ihre Stärken sind, dann kann die Kompetenzbilanz für Sie eine gute Unterstützung sein.

Es gibt zwei Möglichkeiten mit der Kompetenzbilanz zu arbeiten:

  • indem Sie das Tool auf Ihren PC herunterladen und dort direkt bearbeiten,
  • oder indem Sie die Kompetenzbilanz als PDF-Datei herunterladen.

Wichtig bei der Bearbeitung ist:
Nehmen Sie sich Zeit und setzen Sie sich an einen ruhigen Platz. Überlegen Sie sich zuerst, wozu Sie die Kompetenzbilanz brauchen. Was ist ihr Ziel? Was möchten Sie nach diesem Bilanzierungsprozess wissen? Schreiben Sie das kurz auf.

Dann geht’s los. In dem Abschnitt „Zur Verwendung der Kompetenzbilanz“ finden Sie, wie Sie mit diesem Instrument arbeiten können. Sie werden sehen, daß die Fragen Sie durch die verschiedene Lebensabschnitte führen. Schreiben Sie Ihre Erfahrungen auf. Damit schaffen Sie sich Klarheit. Nehmen Sie sich Zeit für diesen Prozess. Sehen Sie die Bilanz dabei als einen Art Wegbegleiter.

Gibt es Fragen, sprechen Sie mit Familienangehörigen oder Freund/innen darüber. Im Austausch mit anderen kommen oft andere Gesichtspunkte heraus, die für Sie wichtig sein können. Es empfiehlt sich, mit einer Berater/in zu sprechen und über die Ergebnisse zu reflektieren. Mögliche Ansprechpartner/innen finden sie unter der Rubrik „Kontakte“.

Bei der Kompetenzbilanz müssen sie nicht chronologisch vorgehen. D.h. Sie können bei einem Thema anfangen, das Ihnen z.B. besonders zusagt. Arbeiten Sie dann nach und nach die andere Module durch.

Wie arbeite ich mit der Kompetenzbilanz
...als Beratungseinrichtung?

Tür an Tür bietet für Beratungseinrichtungen Schulungen an. Bei Interesse können Sie sich gerne an uns wenden. In der Regel sind dies 1 - 2 tägige Workshops mit einem Theorie- und einem Praxisteil. Die Durchführung kann auch direkt in ihrer Einrichtung stattfinden. Bei Interesse können Sie sich gerne an uns wenden.

Die Kompetenzbilanz ist ein vielseitig einsetzbares Instrument in folgenden Anwendungsbereichen: Beratungseinrichtungen, Orientierungskurse, Migrationsorganisationen, Sprachkurse usw.
Beim Einsatz der Kompetenzbilanz sind folgende Punkte zu beachten:

  • Die Teilnahme an der Kompetenzbilanz als auch die Antworten der Teilnehmer/innen erfolgen stets freiwillig!
  • Die Bilanz wird von den Teilnehmer/innen ausgefüllt. Sie ist Eigentum der Teilnehmer/innen und wird von Ihnen nach Hause mitgenommen.
  • Die Durchführung der Kompetenzbilanz erfordert mehrere Sitzungen. Die Teilnehmer/innen brauchen Zeit für Reflexionen und für das Besorgen von Nachweisen und Dokumenten.
  • Wird die Kompetenzbilanz im Rahmen einer Beratung eingesetzt, muss mit 10 – 12 Stunden gerechnet werden.
  • Je besser die Sprechkenntnisse, desto leichter ist natürlich die Handhabung der Kompetenzbilanz. Bei Teilnehmer/innen, die sich unter dem Niveau A2 (Europäischer Refernzrahmen) bewegen ist die Durchführung kaum empfehlenswert. Hier wäre es sinnvoller mit Dolmetscher/innen zu arbeiten.
  • Die Reihenfolge der Fragen ist je nach Ziel modifizierbar. So muss nicht chronologisch die Kompetenzbilanz „abgearbeitet“ werden, sondern kann auf spezifische Bedürfnisse zugeschnitten werden (z.B. Entwicklungsberatung, Ausbildungsplatzsuche, Arbeitssuche, Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch usw.) Auch müssen nicht alle Fragen beantwortet werden, bzw. es können bestimmte Module herausgepickt werden.
  • Die Kompetenzbilanz ist grundsätzlich als Prozess zu sehen. Die Gesprächsführung soll Zeit und Raum für Eigendynamik und das Erkennen der Kompetenzen zulassen.
  • Der Beratungsraum muss ein geschützter Raum sein.
  • Bei Einzelgesprächen muss die Vertraulichkeit unter vier Augen gewährt sein.
  • Die Kompetenzbilanz kann zielgruppenspezifisch abgewandelt werden.
  • Eine Mischung aus Einzel- und Gruppenarbeit ist möglich. Sensible Bereiche sollten nicht in der Gruppe bearbeitet werden.
  • Ausreichende deutsche oder englische Sprachkenntnisse sind notwendig. Der Einsatz von Dolmetschern ist möglich, erfordert aber einen höheren Zeitaufwand.

Qualifikationen der Berater/innen:

  • Zu empfehlen ist der Besuch eines Einführungsseminars, das z.B. von der EP FLUEQUAL in Zusammenarbeit mit dem DJI angeboten wird.
  • Berater/innen sollten den Fragebogen der Kompetenzbilanz selbst anhand der eigenen Biographie ausfüllen, um den Stellenwert des Instrumentes zu erkennen.
  • Interkulturelle Kompetenz und Erfahrungen in der Migrationsarbeit sind Voraussetzungen für die Durchführung der Kompetenzbilanz (Sensibilität des Beraters für bestimmte Themenbereiche und kulturelle Besonderheiten sind unbedingt zu beachten).
  • Kenntnisse über das deutsche Bildungs- und Ausbildungswesen, über Berufs- und Weiterbildungswege sind erforderlich.
  • Gedankliche Flexibilität, Fähigkeiten der Motivations- und Vertrauensbildung sind ebenso notwendig, wie das Aufzeigen von Wegen der Nutzung und Umsetzung von formellen als auch informellen Kompetenzen.
  • Hilfestellung bei Erstellung des Portfolios und Kontaktherstellung mit Partnern aus der Wirtschaft, der Arbeitsvermittlung, dem Schul- und Hochschulbereich usw. ist erforderlich.

Die Kompetenzbilanz als Wegbegleiter:

  • Die Kompetenzbilanz soll Wegbegleiter für Migrant/inn/en sein.
  • Sie soll den Reflexionsrahmen für informelle und formelle Kompetenzen herstellen.
  • Sie führt zu einem Realitätscheck und Umsetzungsplan.
  • Sie kann als direktes oder indirektes Curriculum Anwendung finden.
  • Sie mündet in das "Vorzeigeergebnis" in Form eines Portfolios.

Weitere Anregungen finden Sie in der „Handreichung der Kompetenzbilanz“.

Wie arbeite ich mit der Kompetenzbilanz
...als Gruppe?

Die Kompetenzbilanz ist ein vielseitig einsetzbares Instrument. Sie kann auch in der Arbeit mit Gruppen eingesetzt werden (z.B. im Rahmen von Sprachkursen, Orientierungskursen, Selbsthilfegruppen usw.).

  • Für den Austausch von Lebenserfahrungen ist die Gruppe hilfreich und positiv: Kompetenzen können so besser erkannt und in der Gruppe verbalisiert werden. Vorteilhaft ist, wenn die Gruppe homogen ist, z.B. gleiches Geschlecht oder Kultur/Ethnien.
  • Empfehlenswert ist eine Kleingruppe mit max. 5 – 6 Personen.
  • Der Zeitaufwand für die Durchführung der Kompetenzbilanz ist abhängig vom jeweiligen Ziel (was soll erreicht werden?) und dem Hintergrund der Teilnehmer/innen.
  • Auch in der Gruppe ist die Teilnahme an der Kompetenzbilanz, als auch die Antworten der Teilnehmer/innen stets freiwillig!
  • Die Kompetenzbilanz wird von den Teilnehmer/innen selbst ausgefüllt und ist ihr Eigentum.
  • Vertraulichkeit muss gewährt sein. Hier bietet sich an, eine verbindliche Vereinbarung zur Schweigepflicht mit der Gruppe zu treffen.
  • Das Bearbeiten sensibler Bereiche, wie z.B. der Umgang mit schwierigen Lebenssituationen setzt ein intensives Vertrauensverhältnis voraus und ist im Rahmen einer Gruppe oft nicht möglich; hier sollte ergänzende Einzelarbeit stattfinden.
  • Eine Mischung aus Gruppen- und Einzelarbeit ist unbedingt zu empfehlen.
  • Als günstig hat sich erwiesen, vorbereitend und begleitend, mit der Gruppe Übungen und Spiele durchzuführen zum Thema „Was kann ich?“. Der Zugang zu Kompetenzen und zur Arbeit mit der Kompetenzbilanz kann damit gut ermöglicht werden. Auch eine Verknüpfung mit einem Sprachkurs ist hilfreich, damit der Wortschatz vorbereitet werden kann.
  • Ausreichende deutsche Sprachkenntnisse sind notwendig. Die Arbeit in der Gruppe hat den Vorteil, dass Wörter und Begriffe untereinander erklärt werden können.